tarnished united world

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Die Weltkugel, die Erde, die Darstellung als Globus schwebt verwundet nicht im leeren Raum, schroffes Gestein, ehemals vielleicht Lava, bietet Halt und Untergrund. Oder sind es nur noch Trümmer von eingestürzten Gebäuden, die grau und schwarz Kontrast bieten dem mit Wunden übersäten „blauen Planeten“?

Hilflos mit Mull und Pflastern an vielen Stellen notversorgt, scheint diesem Bild nichts Dramatisches anzuhaften, zu ruhig, zu still, ja zu harmonisch tritt uns hier eine metamorphische Figuration vor Augen, deren Anblick uns nicht in Furcht und Schrecken versetzt, die Schockwirkung des Bedeutungsinhaltes bleibt also vorerst aus.

Sind es die täglichen medial verbreiteten Endzeitbilder, die Weltuntergangsbeschwörungen, die vielfältigen apokalyptischen Szenarien in ihrer Vielfalt, die das Aufkommen von Unruhe im Beobachter verhindern oder zumindest unterdrücken? Wohl ist es die Installation selbst, die hier zu kontemplativer unaufgeregter Nachdenklichkeit nicht nur anregt, sondern zwingt.

Das ist ihre Stärke.

Sichtbarmachen, mit einfachen Mitteln, nicht nur auf die Dinge hinweisen, sie umschreiben, oder andeuten, Sichtbarmachen und damit Verstehbarmachen, in einen klaren Blickpunkt rücken, dann hat es Sinn und Wirkung, auch das ist CEDES Anliegen, und es gelingt ihm auf radikal einfachste Weise.

Man kann in einem nur mangelhaft und unzureichend „verarzteten“ Globus die Hilflosigkeit gegenüber einer mehr zerstörenden, als die Menschen einander näherbringenden Globalisierung sehen, die eine immer größer werdende Zahl an Flüchtenden und Fliehenden, Heimatlosen und Vertriebenen hervorbringt, man kann in dieser Weltenkugel aber auch die eigenen inneren Verletzungen und Verwundungen, und die scheiternden Versuche, sie auch nur behelfsmäßig zu heilen, erkennen.

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